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Chronik - Schachgedicht

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Schachgedicht
1948-1998
Das Schachspiel
Ein Gedicht von Siegmund Heidelberg

Schach, das ist ein schönes Spiel,
für den Verstand und das Gefühl.
Drum spielen wir es mit Genuß
ganz konzentriert bis hin zum Schluß.
Mag es enden, wie es will,
stets gibts der Möglichkeiten viel'.
Mal sieht die Partie für Dich sehr günstig aus,
dann kommt dir wieder kalter Graus,
weil der Gegner einen guten Zug stolz machte,
daß ihm selbst das Herze lachte.
Bis den Gegenzug du weißt,
das Gehirn dir fast zerreißt ...
Und die Spannung steigt und steigt.
Wer trompetet, wer vergeigt?
Oder geht der euch beiden flöten,
und Remis ist vonnöten?
Setzt sich durch die Strategie
oder eine List, die wurd' erwartet nie?

Schach das ist ein schönes Spiel,
für den Verstand und das Gefühl.

Das logische Denken steht an erster Stelle,
nur wer folgerichtig und helle
seine Züge vorausberechnet und plant,
hat Erfolg und wird anerkannt ...
Schon die Eröffnungen sind vielgestaltig
und unterscheiden sich gewaltig.
Du kannst "englisch", "französisch", "spanisch", "sizillianisch" u.a. spielen
und mußt dich in allen Varianten heimisch fühlen.
Das Mittelspiel durch seine Vielfalt Kopfzerbrechen bereitet.
Dieser spannende Spielabschnitt meistens die Partie entscheidet.
Wer jedoch das Endspiel nicht folgerichtig durchdenkt,
oft den sicheren Sieg verschenkt.
Engagiert, einfallsreich und zuversichtlich mußt du sein,
damit am Schluß sich der Sieg stellt ein.

Schach das ist ein schönes Spiel,
für den Verstand und das Gefühl.
32 schwarze und weiße Figuren auf dem Schachbrett aufgestellt
bilden des Schachspielers geheimnisvolle Welt.
Diese Welt ist voller Abenteuer und Magie.
Neue Entdeckungen auf den 64 Feldern werden aufhören nie.
Um den König sich alles dreht,
er ist im Schach die Majestät.
Würdig er nur einen Schritt stets geht,
auch wenn er in schweren Stürmen steht.
Er läßt sich von den anderen Figuren schützen,
die ihm durch ihre Fähigkeiten nützen.
Die Dame hat im Schachspiel, wie im Leben,
die größten Möglichkeiten eben ...
Mal läuft sie gerade, mal diagonal,
gefährlich agiert sie auf jeden Fall.
Sie ist die mächtigste Figur,
darum behandle sie richtig nur!
Denn, wenn du sie falsch mal führst,
leicht du sie und das Spiel verlierst.
Mehrere Damen darfst du gewinnen
und mit ihnen manch munteres Tänzchen beginnen.
Wenn dir die "Polygamie" gelingt,
der Gegner meist ums Überleben ringt.
Doch, wenn er polygam auch wird,
euch beiden dann das Köpfchen schwirrt.
Tauschen kannst du die Damen, wenn es dir gefällt,
niemand dich deshalb für unsittlich hält.
Doch denke daran, die Damen sind eine Zierde,
behandle sie darum klug und mit Würde!
Die beiden Türme können sich im Schach bewegen
und gegnerische Figuren zu den Akten legen.
Geradlinig sind sie, doch sehr beweglich,
und machen manche Spielentscheidung möglich.
Sie sind fähig ein starkes Bollwerk zu sein.
Im Enspiel genügt schon einer allein.
Der Springer (das Pferdchen) ist die extravaganteste Figur,
er macht eingenwillige Sprünge nur.
Er überhüpft andere Figuren
und unternimmt verblüffende Extratouren.
Vermag denn jemand klar zu sagen,
warum ein Pferd kann wie ein Hase Haken schlagen
oder gar eine "Gabel" fabrizieren,
um damit zu essen eine von den höchsten Figüren?
Lustig und listig sind die Springer allezeit,
sprunghaft und zum Foppen des Gegners bereit.
Wie oft hat schon ein Springer ungefragt,
überraschend "schachmatt" gesagt.
Habe immer auf sie acht,
ob nicht einer wieder einen Seitensprung macht.
Die Läufer ziehen diagonal ihre Bahn,
einer schwarz, der andere weiße Felder benutzen kann.
Zu zweit sind sie besonders gefährlich
und auf gute Speise begehrlich.
Die weite Linie ist ihre Stärke.
Geh mit ihnen strategisch zu Werke!
Die Bauern können geradeaus nur kleine Schritte machen,
doch schlagen sie schräg, es ist zum Lachen,
oder sie "verhaften" "en passant", im Vorübergehen.
Diese List sollte man nicht übersehen.
Vereint sind sie am stärksten beim Angriff und Schutz,
doch nicht zu verachten ist des einzelnen Bauern Nutz;
denn dieser ist klein und doch fein.
Einer entscheidet häufig das Spiel allein.
Nach "Durchmarsch" er sich in eine Dame verwandeln darf,
die oft den König matt setzt sicher und scharf.
Gelingt es dir, mehrere Bauern durchzubringen,
kannst du dir einen "Harem" erringen.
Der Verwandlungskünstler Bauer vermag noch sehr viel mehr.
Stellt eine Dame den Sieg nicht gleich her,
kann er sich in die von dir gewünschte Figur verwandeln,
mit der du am schnellsten kannst den Erfolg einhandeln.
Triff immer die richtige Wahl!
Wer die Wahl hat, hat die Qual .

Nun sind alle Figuren hier vereint;
sie stehen sich gegenüber Freund und Feind,
Zum Schluß seien einige Finessen
des Schachspiels auch nicht ganz vergessen.
Eine Besonderheit sind die Rochaden,
Oft kommt ein Gegner durch sie zu Schaden,
weil durch das "Turm-und-König-Wechselspiel"
man die Figurenentwicklung vollendet in großem Stil.
Ein erfolgreicher Trick ist das Dauerschach,
wodurch man einen greifbar nahen Sieg zunichte macht.
Er wird so zu einem überraschenden Remis.
Auch vergiß die Zugwiederholung als Ausweg nie,
wenn die Niederlage unvermeidlich scheint.
Du erringst Remis, der Gegenspieler dem Sieg nachweint.

Alles, was hier wurde beschrieben,
ist ein winziger Bruchteil geblieben
von den vielen Möglichkeiten,
die im Schach den Spielern Freude bereiten.

Schach das ist ein schönes Spiel,
für den Verstand und das Gefühl.